Informationen - August 2008
GESAMTWIRTSCHAFT, ARBEIT, LÖHNE, PREISE,
ÖFFENTLICHE FINANZEN, AUSSENHANDEL
Die Inflation ist weiterhin hoch. Mit einer Rate von 0,6 % im August 2008 ergibt sich für das Jahr 2008 eine kumulierte Inflation von 6,5 % und für die letzten 12 Monate von 10,4 %. Gleichzeitig zeigt sich der Auβenwert der Landeswährung erstaunlich stabil. Der ohnehin schon starke Guaraní scheint immer stärker zu werden, Dollar und Euro sinken zusehends. Diese Währungssituation heizt die Inflation noch mehr an. Der neuen Regierung gehört ein Finanzminister an, der als Sparer und Sanierer gilt. Dionisio Borda war schon einmal unter den Colorados Minister, aber nur für kurze Zeit. Er will Misswirtschaft, Korruption und Geldverschwendung durch die öffentliche Hand bekämpfen. Er ist aber gleichzeitig ein Verfechter der Einführung der Einkommenssteuer für alle Privatleute.
Das Wirtschaftswachstum betrug nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahre 2007 rund 6,4 %. Im Vorjahr 2006 waren es nur 4,3 % gewesen, so der Bericht. Der Anstieg dürfte seine Ursache in der steigenden Exportleistung haben. Für 2008 wird mit einem ähnlich guten Wachstum gerechnet. Die Exporte werden gerade mi Bereich Fleisch noch weiter steigen.
Die Überweisungen von Paraguayern aus dem Ausland stellen einen bedeutenden Beitrag zur Zahlungsbilanz dar, sie kommen vor allem aus den USA, Spanien und Argentinien. Sowohl durch die 171 Zahlstellen der 130 Jahre alten US-Firma Western Union wie auch über Banken überweisen die im Ausland arbeitende Paraguayer Geld an ihre Verwandten im Lande, wobei der Hauptanteil aus Spanien stammt. Damit wären die Gastarbeiterüberweisungen zweitwichtigster Devisenbringer nach der Soja.
Die Devisenreserven des Landes sind relativ hoch. Diesen hohen Reserven stehen zu viele Guarani gegenüber, die beim Eingang von Dollar von den Banken in Umlauf kommen. Das habe die Inflation angeheizt, so die Fachleute. Die Zentralbank müsse versuchen, die Reserven zu verringern. Die Deviseneingänge von Privat, sei es Exporteuren, Tourismusbetrieben, Auslandsparaguayern transferieren beim Umtausch Guarani auf den Markt. Dagegen stehen allerdings die Mengen von Guarani, die wiederum in Auslandswährung für Importe oder andere Ausgänge getauscht und ggf. bei der Zentralbank stillgelegt werden.
Die Präsidenten Paraguays und Venezuelas vereinbarten die Lieferung von Dieseltreibstoff und Zement aus Venezuela nach Paraguay, da beide für die Wirtschaft so wichtigen Stoffe in Paraguay knapp sind. Venezuela will auch helfen, die stillgelegte staatliche Erdölraffinerie bei Asuncion zu modernisieren, damit dort venezolanisches Erdöl destilliert werden kann. Der für Kraftsoffe zuständige Staatsbetrieb Petropar leidet an chronischem Geldmangel. Die Präsidenten Lugo und Chavez wollen die Solidarität in Südamerika fördern.
Die Zentralbank hat Geldscheine im Wert von G 20.000 in Umlauf gebracht. Damit will sie Geld sparen, denn die 10.000er Scheine unterliegen einem starken Verschleiβ und müssen in hohem Maβe ersetzt werden. Hier ergibt sich schon mal eine Ersparnis von 50 %. Auch hapert es momentan mit dem Nachschub an 10.000ern. Für das Publikum ist der 20.000er eine Verbesserung nach 60 Jahren seit der Einführung des Guarani.
Das Hotel Westfalenhaus mit dem dazu gehörenden Restaurant Piroschka, geführt von der aus Westfalen eingewanderten Familie Friedhelm und Gabi Angersbach, wurde als einziges Hotel in Paraguay mit dem Qualitätszertifikat "ISO 9001" im Jahre 2004 prämiert. Im Januar 2006 wurde das Hotel Westfalenhaus vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Westfalen) offiziell mit 4 Sternen ausgezeichnet. Zur Zeit wird auch die internationale Umweltnorm “ISO 14.001” implementiert.
DATEN
Wechselkurse am 30.08.08, An-/Verkauf: USD 1 = PYG 3.980/4.010
EUR 1 = PYG 5.720/5.900. -